• Wir singen dir Anbetung, Dank und Ruhm (Ratswahlkantate)
Wir singen dir Anbetung, Dank und Ruhm (Ratswahlkantate)
Komponist: Doles, Johann Friedrich
Besetzung: Chor + Orchester
Schwierigkeit:
Bestellnummer: MB MKW 04
ISMN: 979-0-50104-325-5
Preis 34,90 *
Johann Friedrich Doles (1715–1797) schuf als Kantor und Musikdirektor in Freiberg und als Thomaskantor in Leipzig nicht nur ordentliche Kirchenmusiken für die Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres, sondern auch Kompositionen für außerordentliche Anlässe, wie die Festkantaten zu den Ratswahlen.  Helmut Banning konnte für seine Doles-Monographie 1939 noch auf eine heute verschollene Quelle zurückgreifen, die eine der Leipziger Ratswahlkantaten des Thomaskantors überlieferte: Du bist's, dem Ruhm und Ehre gebühret (Niederwiesa/Schlesien). Mit der hier vorgelegten, von Banning noch unter den „verschollen Werken“ genannten Ratswahlkantate, kommt nun ein zweites Stück dazu. Da Johann August Gärtner (1762–1823), der Kopist und einstige Besitzer einer der beiden erhaltenen Partiturabschriften, keinen konkreten Aufführungsanlass notiert hat, kann nicht verifiziert werden, ob er das Werk schon in seiner Amtszeit als Kantor in Bitterfeld (1784–1798) oder aber erst in Weißenfels (1799–1823) zur Aufführung gebracht hat. Die im Kopftitel seiner Partitur gemachte Angabe 1793 (korrigiert zu 1794) lässt vermuten, dass das Werk mindestens einmal in Bitterfeld aufgeführt wurde (vgl. Abb. 1). Das Stück ist fünfsätzig angelegt und zeigt sich mit der Satzfolge (Chor – Rezitativ – Arie – Rezitativ mit Arioso – Choral) im Gewande einer „klassischen“ Kirchenkantate, wie sie im 18. Jahrhundert allgegenwärtig war. Anstelle des obligatorischen biblischen Dictums vertont Doles jedoch vier freie jambische Verse als Kopfsatz, an die sich weitere madrigalische (freie) Dichtungen anschließen, in denen der Schwerpunkt auf guten Wünschen der Bürgerschaft für ihre Räte liegt und in denen die Uneigennützigkeit des Stadtratsamtes hervorgehoben sowie die rechte Weisheit zur Führung dieses Amtes erbeten wird. Als Schlusschoral wählte der Komponist die Melodie des reformatorischen Rechtfertigungsliedes Es ist das Heil uns kommen her aus den Jahren 1524/25. Dieser Melodie unterlegte er zwei Strophen des Obrigkeitsliedes O Gott voll Macht und Wundertat (früheste Nachweise: Eisenberg 1770, Lüneburg 1771, Zwickau 1778). Damit kann nun der Zeitraum der Entstehung der Ratswahlkantate auf Doles' späte Schaffensperiode eingegrenzt werden: 1770/71 bis 1793/94.
 

Chorpartitur und Stimmen auf Anfrage 

Besetzung:
Chor (SATB)
2 Hörner in F (Corno)
Streicher (Violino I,II, Viola)
Basso continuo

Organo / Vc / Violone

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